Viele Jahre lang, vor dem Aufkommen der erneuerbaren Energien, war die Regelung des Schweizer Netzes insgesamt einfacher als heute. Der Grund liegt auf der Hand: Das System stützte sich vor allem auf planbare Produktionsanlagen, also Kraftwerke, deren Produktion mit guter Genauigkeit geplant und korrigiert werden konnte. In der Schweiz übernahm diese Rolle vor allem die Wasserkraft, die zusammen mit anderen steuerbaren Quellen bis heute eine tragende Säule des Systems ist.
Mit dem Aufkommen von Photovoltaik und Windkraft ist das System sauberer geworden – aber auch schwieriger zu steuern. Sonne und Wind lassen sich nicht befehlen: Die Produktion kann rasch zu- oder abnehmen – unabhängig davon, ob der Netzbetreiber dies wünscht, und unabhängig vom aktuellen Verbrauch.
Genau hier liegt der eigentliche Wandel: Früher war ein Grossteil der Produktion in grossen, steuerbaren Anlagen konzentriert, heute stammt ein immer grösserer Anteil aus vielen dezentralen Anlagen im ganzen Land. Das macht das Netz moderner, aber auch nervöser und komplizierter zu regeln.
Und genau hier kommen die BESS ins Spiel, die Batteriespeichersysteme.
So einfach wie möglich erklärt: Es sind grosse Batterien, die Energie aufnehmen können, wenn zu viel davon vorhanden ist, und sie wieder abgeben, wenn sie fehlt. Das macht sie in einem Netz mit viel variabler erneuerbarer Produktion besonders wertvoll. Ihr grösster Vorteil ist die Geschwindigkeit: Eine gut integrierte Batterie kann deutlich schneller reagieren als viele herkömmliche Technologien – und das mit hoher Präzision. Batterien können zudem in beide Richtungen arbeiten: Sie entnehmen dem Netz Energie, wenn zu viel vorhanden ist, oder speisen sie ein, wenn zu wenig da ist. Diese doppelte Fähigkeit passt perfekt zur Variabilität von Photovoltaik und Windkraft.